Wir werden ein Team!

 

Die langen Lockdown-Phasen der letzten 1 1/2 Jahre sind vorbei, wir kommen aus unseren familiären Höhlen und stellen fest, dass wir im Miteinander mit uns fremden, noch dazu maskierten Menschen sehr unerfahren und hilflos sind. So erging es auch den Schülerinnen und Schülern der 5e. Da kochen bei nichtigen Anlässen die Emotionen hoch, weil man nicht im Gesicht des anderen lesen kann, und es kommt schnell zu Streitigkeiten, die mangels Übung nicht konstruktiv bearbeitet werden können.

Gemäß unserem Leitsatz „Miteinander lernen, leben und sich wohlfühlen!“ haben wir uns als Klassenleitung gemeinsam mit der Klasse auf den Weg gemacht, diese Defizite im sozialen Miteinander aufzuarbeiten und ein „Wir-Gefühl“ zu entwickeln. Durch Anregung von Frau Gringmuth kam uns die Idee zu einem ganz besonderen Wandertag, dem ersten Wandertag seit Ausbruch der Pandemie…

Miteinander lernen, …

Unser Wandertag sollte ein Teamtag werden, der aus Elementen besteht, die sich nur im Team umsetzen lassen, allen Spaß machen und jedes Kind als wichtigen Teil der Klasse stärken soll. So setzten wir uns in den Wochen vorher mehrmals mit Frau Gringmuth zusammen, um uns über die Aspekte echter Teamarbeit und ihrer Voraussetzungen klar zu werden und den Ablauf des Tages zu planen.

In den KP-Stunden hatte die Klasse Gelegenheit, sich in Gruppenarbeiten mit den Eigenschaften eines guten Teams bzw. einer funktionierenden Klassengemeinschaft zu beschäftigen, Wünsche zu formulieren sowie Verhaltens- und Gesprächsregeln aufzustellen, an die sich alle Kinder halten sollen. Dabei kam der Rollenverteilung in der Gruppe und der Kommunikation eine wichtige Bedeutung zu.

Einen Kernbaustein stellte die inhaltliche Ausgestaltung unseres Leitsatzes dar, die an der Wand des Klassenraumes nun stets für alle Kinder sichtbar ist, ebenso wie die wunderbare Präsentation für die gesamte Schulgemeinschaft in der Pausenhalle, die Frau Zehe auf dem neuesten Stand hält. Danke dafür!!

… leben und sich wohlfühlen!

Das Wetter meinte es gut mit uns, sodass ein großer Teil des Teamtages draußen stattfinden konnte. Aber nun der Reihe nach….

Wir als Klassenleitung hatten das „Ziel“ unseres Wandertages geheim gehalten, damit es eine Überraschung für die Kinder werden konnte. Lediglich für unseren ersten Baustein, ein gemeinsames Frühstück mit Spezialitäten aus den Herkunftsländern der Eltern, hatten wir Eltern und Kinder eingeweiht. So saßen wir nach erfolgreich absolviertem Corona-Test also an einer langen, reich gedeckten Tafel in der Aula, und jedes Kind konnte aus einer Fülle von Speisen probieren. Dabei zeigten sich viele strahlende Gesichter, nicht zuletzt auch, wenn anderen Kindern das eigene mitgebrachte Essen schmeckte. Es herrschte zeitweise gefräßige Stille!! Das war ein ganz neues Lebensgefühl, morgens in der Schule gemeinsam zu frühstücken! Während des weiteren Vormittages bedienten sich die Kinder während kurzer Pausen immer wieder vom Tisch, sodass am Ende des Vormittages nicht mehr viel übrig war.

Als sich das Frühstück dem Ende zuneigte, brachten Frau Gringmuth und ihr Team eine Menge geheimnisvoller Dinge in die Aula, angefangen von einem riesigen aufgerollten Teppich über einen Stapel bunter Fußmatten bis hin zu geheimnisvoll eingepackten Geschenken, die nach Art eines Geburtstagstisches aufgebaut wurden. Und nun hieß es, sich im Team die Klassengeschenke zu erobern und nach und nach damit eine große Kiste zu füllen, die in das Eigentum der Klasse übergehen sollte- aber natürlich nur, wenn alle „Aufgaben“ im Klassenteam erfolgreich gelöst wurden. Da galt es, einen kippeligen Stuhlkreis einmal zu umrunden, ohne dass ein Stuhl umfiel oder den großen, im Weltall schwebenden Teppich mit der ganzen Klasse drauf umzudrehen, ohne dass jemand im Weltraum verloren ging (indem er vom Teppich fiel). Schnell zeigte sich, wer über „Organisationstalent“ verfügte und mit kreativen Ideen die Klassenkameraden und -kameradinnen anzuleiten verstand. Großartig war es für uns Klassenlehrerinnen, mitzuerleben, wie auch Schwierigkeiten bei einzelnen mit kreativen und großzügigen Lösungen gemeistert und im Team abgestimmt wurden. Weitere Spiele konnten wir bei dem herrlichen Herbstwetter auf dem Schulhof und im Cafeteria-Forum erleben: So musste die ganze Klasse quer durch das Forum ein gefährliches Lavafeld überwinden, was nur auf den bunten Fußmatten gelang (natürlich wurde auch mit dieser Aufgabe ein weiteres Geschenk gesichert) oder gegen das Betreuerteam ein großes „4 gewinnt“ spielen. Es ging übrigens tatsächlich unentschieden aus- ein weiteres Beispiel dafür, wie gut auch kleinere Gruppen zu gut durchdachten Lösungen kommen konnten. Die Klassenkiste füllte sich nach und nach mit den Geschenken. Diese sind für die Beschäftigung in Regenpausen oder KP-Stunden gedacht und das schönste Geschenk haben wir am Schluss des Teamtages auch gleich ausprobiert: ein von Herrn Sartor, einem wahren Künstler aus dem Team von Frau Gringmuth, selbst gemaltes Werwolf-Spiel. Mit diesem Spiel, das in der Klasse sicher noch oft zum Einsatz kommen wird, haben wir den Tag beschlossen.

Das war mal ein ganz anderer Wandertag, ein Tag ohne Wandern, aber mit viel Spaß und guter Laune, an dem alle mit zufriedenen Gesichtern nach Hause gingen und der hoffentlich noch lange in Erinnerung bleibt. – Ein Riesen-Dankeschön an Frau Gringmuth und ihr Team vom Schülertreff!!

Nachklang – Feedback der Klasse

„Ich fand es toll, dass jeder dran gedacht hat, Essen mitzubringen. Bei den Spielen haben wir geguckt, ob jemand Probleme hat und wenn ja, haben wir es ihm einfacher gemacht“ (Mia)

„Wir hatten alle Spaß. Wir haben zusammengehalten, das konnte man sehen, bei dem Spiel mit den Stühlen, beim Spiel mit dem ‚fliegenden Teppich‘ und beim Spiel ‚Der Boden ist Lava‘.“ (Laila)

„Ich fand toll, im Team zu arbeiten und sich besser kennen zu lernen.“ (Nick)

„Ich fand die Spiele toll. Besonders toll fand ich das gemeinsame Frühstück.“ (Sverre)

„Ich fand es gut, dass wir als ganze Klasse gespielt haben und nicht nur die Freunde zusammen. Und es ist schön, dass wir viele Spiele für die Klassenkiste bekommen haben.“ (Selin)

„Wir arbeiten jetzt mehr und besser zusammen, und wir helfen uns gegenseitig.“ (Angelina)

„Wir sind jetzt leiser im Unterricht.“ (Soner)

„Der Tag hat bewirkt, dass wir alle unsere Stärken nutzen, und dass wir mehr Vertrauen zueinander haben.“ (Maya)

„Die Klassengemeinschaft ist besser geworden.“ (Henry)

„Wir arbeiten nun mehr im Team und verstehen uns besser.“ (Jonas)

„Wir halten zueinander.“ (Paul)

Annette Cardinal v. Widdern & Irene Ohly

 

 

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