Bildende Kunst

Bildende Kunst – ein Fach wie kein anderes

„Ohne Zweifel muss man so malen wie man singt, ohne sich Zwang anzutun. Der Akrobat führt seine Nummer mit Leichtigkeit und scheinbar mühelos aus. Übersehen wir aber nicht, dass eine lange Vorbereitungsarbeit ihn dazu befähigt hat. So ist es auch in der Malerei. Man muss eine Technik so lange bewusst erarbeiten, bis man sie unbewusst beherrscht, und so entsteht dann dieser Eindruck von Spontaneität.“
Henri Matisse

Bin ich begabt?

Wichtiger als die Frage der Begabung ist, dass du Freude und Ausdauer mitbringst. Im Mittelpunkt des Faches Bildende Kunst steht die Praxis: zeichnen, malen, drucken, kleben, bauen, montieren, collagieren, modellieren, schneiden, sägen, nähen, installieren,… Hier lernst du nicht nur Techniken, sondern auch zunehmend eigenständiger Entscheidungen zu treffen. So gehört zum praktischen, eigenen Tun auch die theoretische Auseinandersetzung mit dem, was Bildende Künstler, Architekten und Designer gesagt und getan haben.

Themenbereiche – Was wir bieten:

Klassische Bereiche des Faches Bildende Kunst sind Malerei, Zeichnung, Plastik, Architektur sowie Produkt- und Grafikdesign. Vergessen wir aber nicht die Fotografie, den Film und die Möglichkeiten, die damit einhergehend der Computer uns bietet.

Engagement und Offenheit für neuere Kunstströmungen – Was wir erwarten:

Nicht alles, was dir im Kunstunterricht begegnet, entspricht deinen Vorstellungen von den schönen Künsten. Vielleicht kannst du auch gar nicht erkennen, worin das Können des Künstlers bestehen soll. Gestaltung ist immer wieder ein Finden und Erfinden der eigenen Sprache im Rahmen der unerschöpflichen Möglichkeiten. Manchmal muss man einfach den Mut dazu haben.

Warum spielen die einen mit dem Zufall, während andere akkurate Bilder konstruieren und sich um ein realistisches Abbild der Natur bemühen? Worin besteht die Kunst, ein Pissoir auf einen Sockel zu legen? Warum soll ich einen Trampelpfad in der Wiese als Skulptur erfahren? Wie lebt es sich in einem Kubus aus Stahl, Glas und Beton? Worin besteht der Reiz, die Wand eines Gebäudes zu krümmen? Warum soll ich mir einen Film oder eine Performance anschauen, die mir keine unterhaltsame Geschichte erzählen? Was sind das für Künstler, die uns nicht mehr ein schönes Werk zur Bewunderung ins Museum stellen? Was soll ich von einem Werk halten, das nichts darstellt, das am Ende nicht da ist, wo ich es erwarte und das der Künstler möglicherweise noch nicht einmal selbst gemacht hat? – Du siehst, wir werden uns nicht scheuen, dir Ungewöhnliches zu präsentieren und erwarten von dir Offenheit und die Bereitschaft, dich auch mit weniger gefälligen Formen der Kunst auseinander zu setzten, um schließlich deinen eigenen Weg zu gehen.

Theorie: Zur Produktion gehört auch die Reflexion und Kommunikation

Vorwiegend praktisch zu arbeiten bedeutet nicht, den eigenen Verstand auszuschalten. Wir reflektieren unser eigenes Vorgehen und analysieren Werke der Bildenden Kunst. Dafür die passende Sprache zu finden, ist ein gutes Training für dein Ausdrucksvermögen. Die Theorie kommt also nicht nur zukünftigen Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern zu Gute. Wie artikuliere ich mich vor der Gruppe? Wie gestalte ich eine Power-Point-Präsentation? Wie nutze ich Fachbegriffe? Wie hole ich mir aus einem Text die nötigen Informationen? Wie schreibe ich eine Werkanalyse – oder noch allgemeiner: wie formuliere ich einen strukturierten, fortlaufenden Text? Keine Angst, das kannst du lernen. Im Fach Bildende Kunst werden also auch Fertigkeiten, die du zum Beispiel in Deutsch oder Politik/Sozialwissenschaften erlernt hast, aufgegriffen und fortgeführt. Im Übrigen sind dies Fähigkeiten, die du nicht nur in gestalterischen Berufen brauchst.

 

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