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Aktuelles vom Gymnasium Heepen

Extremismusprävention im WP2-Kurs „Gesellschaft erkunden“ (Jahrgang 10)

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Im ersten Halbjahr des Wahlpflichtkurses „Gesellschaft erkunden“ im Jahrgang 10 stand das Thema Extremismus im Mittelpunkt. Ziel des Unterrichtsvorhabens war es, unterschiedliche Formen extremistischer Ideologien kennenzulernen, Radikalisierungsprozesse zu verstehen und die Schülerinnen und Schüler für Gefahren und Auswirkungen extremistischer Gewalt zu sensibilisieren.

Thematische Schwerpunkte im Unterricht
Im Unterricht beschäftigten wir uns mit verschiedenen extremistischen Strömungen, darunter Rechtsextremismus, Linksextremismus, islamistischer Extremismus sowie die extremistische türkisch-nationalistische Gruppierung der sogenannten „Grauen Wölfe“. Darüber hinaus setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit grundlegenden Radikalisierungsstrategien auseinander und diskutierten, warum Menschen für extremistische Ideologien anfällig werden können.

Externe Expertinnen und Experten im Unterricht
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Begegnung mit externen Fachkräften, die ihre Expertise und Erfahrungen in den Unterricht einbrachten:

Gina Ladwig (Wegweiser e. V.), die zeitweise in der Schulsozialarbeit unserer Schule tätig war, thematisierte Wege in den Rechtsextremismus und klärte über Anwerbestrategien sowie Präventionsmöglichkeiten auf.
Marten Mohr von der Schulberatung Bielefeld und Frank Hager von der Polizei (Prävention im Bereich politisch motivierter Kriminalität) stellten Facetten des Linksextremismus vor und erläuterten aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich.

Aussteiger*innen-Gespräch im Rahmen des Programms „PRISMA“

Anfang Februar nahmen die Schülerinnen und Schüler am Programm „PRISMA“ des Verfassungsschutzes NRW teil. Im Rahmen dieses Projekts kommen Aussteigerinnen und Aussteiger aus extremistischen Szenen in Begleitung von Mitarbeitenden des Verfassungsschutzes in Schulen, um von ihren Erfahrungen zu berichten. In diesem Jahr durften wir eine Aussteigerin aus dem islamistischen Extremismus begrüßen. In einem moderierten Gespräch konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen und erhielten einen eindrücklichen Einblick in Radikalisierungsprozesse, Ausstiegswege und persönliche Konsequenzen extremistischer Lebenswelten.

Perspektivwechsel: Opfer extremistischer Gewalt
Den Abschluss des Halbjahres bildete der Besuch von Frau Düsterhus vom Verein Weißer Ring e. V.. Nachdem sich der Kurs intensiv mit den Täterperspektiven extremistischer Gewalt auseinandergesetzt hatte, war es den Schülerinnen und Schülern besonders wichtig, auch die Opferperspektive kennenzulernen. Frau Düsterhus stellte die Arbeit des Weißen Rings vor und verdeutlichte, welche Auswirkungen politisch motivierte Straftaten für Betroffene haben können und welche Unterstützungsangebote es gibt.

Fazit
Das Unterrichtsprojekt hat den Schülerinnen und Schülern nicht nur fachliches Wissen über Extremismus vermittelt, sondern auch ihre Urteilsfähigkeit, Empathie und demokratische Haltung gestärkt. Die Begegnungen mit Expertinnen und Experten sowie mit einer Aussteigerin ermöglichten authentische Einblicke und trugen maßgeblich zur Präventionsarbeit an unserer Schule bei.

(Zu diesem Beitrag sind Fotos vom Besuch des Weißen Rings beigefügt.)

Anneke Hartmann, Fachlehrerin für SoWi und Musik Sek 2
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