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Aktuelles vom Gymnasium Heepen

Projekttage „Running in Your Shoes“ in Jahrgang 9 – Gemeinsam gegen Diskriminierung

RIYS

 Im März fanden in allen neunten Klassen unserer Schule zweitägige Projekttage im Rahmen des Programms „Running in Your Shoes“ statt. Das Präventionsprojekt wird vom Kommunalen Integrationszentrum Bielefeld durchgeführt und richtet sich gezielt gegen Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Rassismus.

Bereits im vergangenen Schuljahr konnte der neunte Jahrgang erste Erfahrungen mit dem Projekt sammeln. Aufgrund der positiven Resonanz wurde das Angebot in diesem Jahr fortgesetzt: Jede Klasse nahm an zwei intensiven Projekttagen mit jeweils sechs Schulstunden teil, die von geschulten Teamer*innen durchgeführt wurden.

Ziel des Projektes ist es, Jugendliche für unterschiedliche Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren und sie in ihrem Engagement für ein respektvolles und demokratisches Miteinander zu stärken. Die Inhalte werden dabei passgenau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Lerngruppe abgestimmt.

Besonderer Rahmen der Projekttage

Die Projekttage fanden bewusst ohne die Anwesenheit von Lehrkräften im Klassenraum statt. Dadurch wurde ein geschützter Raum geschaffen, in dem die Schülerinnen und Schüler offen sprechen, persönliche Erfahrungen teilen und auch sensible Themen ansprechen konnten.

Gleichzeitig war im Hintergrund stets eine schulische Ansprechperson erreichbar, sodass bei Bedarf Unterstützung gewährleistet war. Ein zentraler Leitgedanke der Arbeit war die Vertraulichkeit: Beiträge und persönliche Äußerungen der Schülerinnen und Schüler wurden respektvoll behandelt und nicht nach außen getragen. Aus diesem Grund wurde auch bewusst auf das Anfertigen von Fotos während der Projekttage verzichtet.

Inhalte und Schwerpunkte der Projekttage

Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit grundlegenden Begriffen wie Klischees, Stereotypen und Vorurteilen. Darauf aufbauend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Diskriminierungsformen, darunter Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Homofeindlichkeit.

Ein besonderer Fokus lag auf dem Verstehen zentraler Mechanismen von Diskriminierung. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten, wie durch Gruppenkonstruktionen, Zuschreibungen und Abwertungen Ausgrenzung entsteht und sich verfestigt.

Darüber hinaus entwickelten sie konkrete Handlungsoptionen für Situationen, in denen Diskriminierung im Alltag auftritt. Ziel war es, Zivilcourage zu stärken und die Jugendlichen zu ermutigen, aktiv für demokratische Werte einzutreten.

Neue Perspektiven und wichtige Erkenntnisse

Für viele Schülerinnen und Schüler war insbesondere die historische Kontinuität des Antisemitismus eine neue Erkenntnis. Häufig wurde dieser zuvor ausschließlich mit der Zeit des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Umso überraschender war es für viele, dass antisemitische Narrative eine lange Geschichte haben und bis heute fortbestehen – beispielsweise in Form von Verschwörungserzählungen.

Ein besonders eindrücklicher Zugang gelang über eine praktische Übung: Die Schülerinnen und Schüler entwickelten eigene Verschwörungserzählungen und konnten so unmittelbar erfahren, wie einfach solche Narrative konstruiert werden können und warum sie dennoch oft so wirkmächtig sind.

Fazit

Die Projekttage „Running in Your Shoes“ haben eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig präventive Bildungsarbeit im Bereich Demokratieförderung ist. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Vorurteilen und gesellschaftlichen Mechanismen wurden nicht nur Wissen und Reflexionsfähigkeit gestärkt, sondern auch wichtige Impulse für ein respektvolles Zusammenleben gesetzt.

Wir danken dem Kommunales Integrationszentrum Bielefeld und den engagierten Teamer*innen für die wertvolle Zusammenarbeit und freuen uns darauf, das Projekt auch in Zukunft fortzuführen.